Energiespartipps

Richtig heizen: pragmatische Tipps zum Energiesparen.

In privaten Haushalten wird mehr als zwei Drittel des Energieverbrauchs dafür eingesetzt die Räume zu heizen. Überwiegend wird dafür Erdgas und Mineralöl eingesetzt. An dritter Stelle folgt die Gruppe der erneuerbaren Energien, an vierter die Fernwärme. Zu geringen Anteilen werden auch Strom und Kohle eingesetzt. Die übrigen Anwendungsbereiche werden dominiert vom Energieverbrauch für Warmwasser sowie sonstiger Prozesswärme (Kochen, Waschen etc.) bzw. Prozesskälte (Kühlen, Gefrieren etc.). Der Trend zu mehr Haushalten, größeren Wohnflächen und weniger Mitgliedern pro Haushalt führt tendenziell zu einem höheren Verbrauch.

Es gibt viele Möglichkeiten Energie zu sparen, aber vor allem ist es wichtig das Ihre Heizung bzw. die gesamte Heizungsanlage richtig angelegt, vermessen und auf dem neuesten Stand der Technik ist.

1. Bewusst heizen spart Energie

Im Winter müssen wir zu Hause nicht bei 25 Grad im Tshirt rumlaufen – jedes Grad weniger spart Heizenergie. Man spart pro Grad bis zu sechs Prozent Energie. Die optimale Raumtemperatur liegt bei etwa 20 Grad. Im Bad dürfen es schon 22 Grad sein, doch in anderen Räumen genügen oft weniger: In der Küche geben Backofen und Kühlschrank Wärme ab, im Schlafzimmer sorgen 17 bis 18 Grad für einen guten Schlaf, einige bevorzugen sogar noch weniger.

2. Ab wann die Heizung in Betrieb nehmen?

In der Regel beginnt man ab Oktober mit dem Heizen. Im April ist Heizen meist nicht mehr notwendig. Der meiste Energiebedarf fällt also auf die Monate Dezember bis März. Je später wir die Heizung allerdings in Betrieb nehmen bzw. je früher im Jahr wir sie wieder ausstellen können, um so mehr Energie können wir sparen!

3. Nachts die Vorhänge zu

Fenster sind eine Wärmebrücke, darüber verliert man die meiste Wärme und erst recht im Winter. Deshalb ist es sinnvoll, Rollläden oder Vorhänge nach Einbruch der Dunkelheit herunterzulassen bzw. zu zuziehen – so lässt sich der Wärmeverlust an den Fenstern um bis zu 20% reduzieren. Eine Investition in hochwertige Vorhänge macht Sinn.

4. Stoßlüften statt Dauerkippen

sparsames Heizen geht nur mit richtigem Lüften: Dauerhaft gekippte Fenster sorgen kaum für Luftaustausch, sie kühlen nur die Räume aus. Richtiges Stoßlüften dagegen spart viel Energie und ist zudem gut für die Gesundheit.

5. Alles abgedichtet?

Richtig heizen hilft nur, wenn die Wärme nicht durch undichte Fenster und Türen entweichen kann. Dichtungen in Fenster- und Türrahmen werden im Laufe der Zeit porös und damit undicht. Im Winter kann das richtig teuer werden.

6. Heizkörper frei?

Heizkörper und auch Terhmostate sollten nicht durch z.B. Möbel verdeckt sein. Die Heizwärme kann sich sonst nicht gut im Raum verteilen und die Heizung arbeitet stärker als eigentlich nötig – das verschwendet nur Energie.

7. Heizung richtig einstellen

Die Zahlen auf vielen Heizungsthermostaten haben einen tieferen Sinn. Sie zeigen recht genau an, wie warm es im Zimmer wird – nur nicht die Temperatur selbst.

  • * (Sternchen): ca. 5° C, Frostschutz
  • Stufe 1: ca. 12° C
  • Stufe 2: ca. 16° C
  • Stufe 3: ca. 20° C
  • Stufe 4: ca. 24° C
  • Stufe 5: ca. 28° C

Auf dem Thermostat sind die einzelnen Stufen noch einmal durch drei Striche unterteilt. Jeder Strich steht für ein Grad.

8. Die Nachtabsenkung

Wie sollte man die Heizung bei Nacht und am Tage einstellen?

  • Am Tag typischerweise die Einstellung 2 bis 3 für ca. 18 bis 20 Grad.
  • In der Nacht im Schlafzimmer die Einstellung 1 bis 2 für 14 Grad (oft markiert).
  • In meist ungenutzten Räumen 1 für 12 Grad.

Das hängt aber im Gesamten vom Gebäude ab, wie stark die Wärme gehalten werden kann.
Um aber selbst eine Faustregel zu haben, gehen Sie wie folgt vor: Schalten Sie in einer Nacht mit Null Grad Außentemperatur die Heizung einmal komplett ab. Prüfen Sie am nächsten Morgen die Temperatur: Je tiefer die Temperatur über Nacht gesunken ist, desto weniger Energie konnte das Gebäude oder die Wohnung speichern, desto sinnvoller wäre eine Nachtabsenkung, also das Heizen in der Nacht mit niedriger Temperatur.

Übrigens: Nicht nur in der Nacht, auch am Tag kann man die Heiztemperatur senken, wenn tagsüber niemand zu Hause ist – und damit bei Gebäuden mit hohem Verbrauch bis zu 15 Prozent an Heizenergie sparen.